Arbeiten oder Zuhause bleiben?


Photo from Pexels
Photo from Pexels

Wenn beide Elternteile berufstätig sind, stellt sich oftmals von ganz alleine ein schlechtes Gewissen sein. Väter und Mütter sind gleichermaßen von diesen Gewissensbissen betroffen, welche nicht selten auch noch von außen gefördert werden. Ob familiäres oder berufliches Umfeld, Freunde oder Verwandte - jeder weiß auf einmal, was am besten für das Kind ist. Und während die einen überzeugt sind, dass kleine Kinder leiden, wenn die Eltern arbeiten gehen, meinen anderen, dieser Weg - Familie und Beruf - ist genau der Richtige.

 

Aber was stimmt denn nun? Trotz Kind arbeiten gehen oder lieber zu Hause bleiben, um ganz für das Kind da zu sein?

Was bedeutet Familie und Beruf für Eltern?

 

Während es früher ganz normal war, dass Frauen beim erstem und auch jedem weiteren Kind zu Hause bleiben, kommt diese Variante für viele Mütter nicht mehr infrage. Oftmals ist es wirtschaftlich gar nicht möglich, mit einer kleinen Familie nur von einem Gehalt zu leben. Vielleicht wünschen sich die Eltern aber auch, einen gehobenen Lebensstil zu haben und ihrem Kind finanzielle Sicherheit zu gewährleisten. Dafür kann es notwendig sein, dass ein doppeltes Gehalt den angestrebten Standard sichert. Wenn einer Partei keine Arbeit hat, reicht das Geld oft hinten und vorne nicht. Neben dem finanziellen Aspekt, gibt es noch einen weiteren Grund, warum weder Vater noch Mutter mit Beginn der Elternschaft zu Hause bleiben wollen. Erstens ist es oft schwierig, nach einer langen Pause wieder zurück in das Arbeiten zu finden und zweitens möchten sich die Elternteile persönlich weiterentwickeln. Natürlich macht es Menschen glücklich, für ihr Kind da zu sein. Trotzdem fühlen sich viele Mütter und Väter nicht erfüllt, wenn sie sich täglich nur innerhalb ihres häuslichen Umfelds bewegen. Sie wünschen Familie und Beruf.

 

Bild von Esther Merbt auf Pixabay
Bild von Esther Merbt auf Pixabay

Wie geht es Kindern von Eltern, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen?


Dass ein schlechtes Gewissen nicht angebracht ist, beweisen neueste Studien. Kinder berufstätiger Eltern leiden laut diesen Studien keineswegs darunter, dass ihre Eltern relativ früh wieder arbeiten. Ganz im Gegenteil: Sie profitieren sogar. Ein früher Kita-Besuch kann die Psyche von Kleinkindern positiv beeinflussen, vorausgesetzt die Betreuung stimmt. Durch den frühen Kontakt zu fremden Erwachsenen und Kindern lernen die Kleinen, dass andere Menschen ihnen nichts Böses wollen. In vielen Fällen sind sie später offener und weniger befangen im Umgang mit anderen Menschen - beim Arbeiten sowie privat.


Kinder, deren Eltern arbeiten gehen, sind außerdem häufig anpassungsfähiger. Sie lernen schon früh, sich auch neue Situationen einzustellen. In Studien zeigten sie ein kooperatives Verhalten und waren weniger ängstlich als Gleichaltrige. Aber auch hier gilt: Die betreuende Person muss persönlich wie fachlich geschult sein und den Umgang mit Kindern draufhaben. Außerdem harmonieren nicht alle Kinder mit jeder Bezugsperson gleich gut. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, um dem Kind Gutes zu tun. Wenn der private Pflegeplatz oder die Kita nämlich ungeeignet sind oder das eigene Kind keine Spielkameraden findet, kann die frühe außerhäusliche Betreuung auch ganz schnell zum Nachteil werden.


Was ist denn nun "das Beste" für Eltern und Kind?

 

Auf diese scheinbar simple Frage nach Familie und Beruf gibt es keine pauschale Antwort. Neben der Persönlichkeit des Kindes spielt die Anschauung der beiden Elternteile eine zentrale Rolle. Wer sich wohler fühlt, wenn er die ersten Lebensjahre mit seinem Kind zu Hause verbringt, der sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Wenn die Eltern im umgekehrten Fall möglichst schnell wieder zurück in den Beruf wollen, sollten sie sich ebenfalls kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Kinder nehmen keinen Schaden, nur, weil Eltern wieder Arbeiten. Schließlich profitieren die Sprösslinge davon, wenn die Erwachsenen glücklich und ausgeglichen in Familie und Beruf sind. Deshalb: Öfter mal dem eigenen Gefühlt vertrauen und das tun, was zum eigenen Lebensmodell passt. Manchmal ist das eben Familie und Beruf.