Die moderne Familie von heute!

... alles andere als Standard!


Bild von Pixabay
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Single Mum, Patchwork, Trennungskind, Wechselmodell. Noch nie gab es mehr unterschiedliche Familienmodelle. Doch während auf der einen Seite die Möglichkeiten wachsen, entstehen auf der

anderen Fragen und Vorurteile.

 

Was ist denn nun für Kinder und Eltern das beste Modell?

 

Früher war alles besser. So einfach wie diese Binsenweisheit uns glauben lassen möchte, ist es aber keineswegs. Bis noch vor ein paar Jahrzehnten war Scheidung eine ungern gesehene und nahezu skandalöse Sache. Mann und Frau haben sich gefunden, verliebt, verlobt und geheiratet. Dann folgten ein, zwei, drei Kinder und so lebten sie bis an ihr Ende. Glücklich und zufrieden, als Familie. In der Theorie klingt das schön und tatsächlich gab es nur eine geringe Anzahl an Scheidungen. Ohne wirklich schwerwiegenden Grund war eine Scheidung selten möglich. Gab es doch eine Scheidung, war der gute Ruf ruiniert.

Nur weil eine Scheidung schwer möglich war, waren aber noch lange nicht alle Paare glücklich oder treu. Im Gegenteil. Die Frauen waren schlichtweg abhängig von ihren Ehemännern. Falls sie überhaupt einen Beruf hatten, hörten sie spätestens nach der Geburt der Kinder auf zu arbeiten. Die Aufgabe des Mannes war es, die Familie zu ernähren. Die der Frau den Haushalt zu führen und sich um die Kindererziehung zu kümmern. Als die Zeit kam, in der eine Scheidung schon keine allzu große Sache mehr war, zumindest gesellschaftlich, wurde meistens der Ehemann zur Unterhaltszahlung verpflichtet. Die Kinder blieben bis auf wenige Ausnahmen bei der Mutter, die von den Alimenten den Lebensunterhalt für sich und die Kinder bestreiten konnte.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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Heute sind Scheidungen an der Tagesordnung und mehr oder weniger gesellschaftsfähig. Es wird ohne Schuldfrage geschieden, was eine gewisse Gleichberechtigung am Scheitern der Ehe unterstellt. Das Unterhalts- und Erziehungsrecht wurde zugunsten der Ehemänner verändert. Sie sind nur noch den Kindern gegenüber unterhaltspflichtig. Den Müttern nicht oder nur anteilig, da sie arbeiten gehen können. Außerdem ist das Sorgerecht in der Regel geteilt. Dadurch hat sich viel geändert. Alleinerziehende mit Kindern gehen neue Beziehungen ein und so entstehen neue Familien.

 

Aber welche Familienmodelle gibt es eigentlich?

 

Alleinerziehend

Lebt ein Kind überwiegend bei einem Elternteil, gilt dieser als Alleinerziehend. Dafür kann es mehrere Gründe geben. Eine Scheidung oder Trennung der Eltern, ebenso der Verlust eines Elternteils. In einigen Fällen entscheiden sich auch Frauen bewusst dafür das Kind, ohne den leiblichen Vater aufzuziehen. Ist eine Beziehung nicht glücklich oder sogar ungesund für das Kind, kann es von Vorteil sein ein Kind (vorübergehend) alleine aufzuziehen. Das Positive an dieser Situation ist, dass es inzwischen viel Unterstützung für Alleinerziehende gibt. Bevorzugte Betreuungsplätze und finanzielle Unterstützung zum Beispiel. Ob es für das Kind von Nachteil ist mit nur einem Elternteil zu leben, kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Alleinerziehende stehen täglich vor vielen organisatorischen Aufgaben. Das kann in Stress ausarten. Deshalb ist es wichtig, dass Elternteile, die ihr Kind alleine betreuen, Unterstützung und auch mal Zeit für sich haben. Vor allem sehr kleine Kinder brauchen soziale Kontakte und vertraute Bezugspersonen, wie Großeltern oder eine Tagesmutter.

 

Die Paargemeinschaft

Es ist immer noch das klassischste Familienmodell, als Paar mit Kindern zusammenzuleben. Vorteilhaft dabei ist, dass die Eltern (oder Stiefeltern), die Aufgaben in der Beziehung gleichmäßig verteilen können. So haben sowohl Vater als auch Mutter die Chance Zeit mit den Kindern zu verbringen. Gleichzeitig können aber auch beide arbeiten, sich Termine wie Arztbesuche, Elternabende und Kindergartenveranstaltungen aufteilen und die organisatorischen Aufgaben im Haushalt zusammen übernehmen. Die Kinder haben beide Elternteile als Ansprechpartner und lernen das Zusammenleben in der Familie kennen. Nachteilig ist dieses Familienmodell, wenn die Beziehung schlecht ist und die Kinder in einer von Konflikten geprägten Atmosphäre aufwachsen. 

Bild von Gert Altmann auf Pixabay
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Patchwork

Inzwischen völlig gängig sind Patchwork Familien. Beide Partner waren bereits in einer Beziehung aus der Kinder entstanden sind und die bringen sie in die neue Beziehung mit. Die Kleinen leben dann als Geschwister, sind aber nicht verwandt. Dieses Familienmodell fördert das Sozialverhalten und die Flexibilität von Kindern. Allerdings können auch Konflikte entstehen, wenn sich die Kinder untereinander nicht verstehen, oder das andere Elternteil nicht akzeptiert wird. Vor allem wenn eine Familie zu der anderen zieht, sollten die neu dazugekommenen Kinder liebevoll in das neue Umfeld integriert werden.

 

Großfamilie

Eine Großfamilie kann auf mehrere Arten entstehen. Eltern mit mehreren Kindern, Großeltern, Enkelkinder oder andere nahe Verwandte wohnen langfristig zusammen. Welche Konstellation auch immer - Großfamilien haben viele Logistikaufgaben. Gut ist, dass es mehrere Ansprechpartner gibt und Aufgaben gut verteilt werden können. So lernen auch kleine Kinder schon eine gewisse Verantwortung zu übernehmen und sich zu einzubringen. Außerdem ist die Betreuung meistens kein Problem. Aber gerade, dass so viele Familienmitglieder unter einem Dach leben, macht die Situation emotional manchmal anstrengend. Es kann dazu führen, dass Kinder darunter leiden, dass so viel los ist und sie irgendwo zu kurz kommen. Demokratie kann auch manchmal schwer herbeizuführen sein. Das Zauberwort heißt hier Rücksichtnahme.

 

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es gibt nicht das eine oder das richtige Familienmodell. Jedes Elternteil, jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen. Manche Alleinerziehende lieben die Unabhängigkeit, andere hassen die Einsamkeit. Es gibt Kinder, die sehr zurückgezogen sind und ihre Mama am liebsten für sich hätten, andere brauchen Action und lieben das charmante Chaos einer Großfamilie. Ein glückliches alleinerziehendes Elternteil kann besser für ein Kind sein, als ein ewig streitendes Ehepaar. Egal in welchem Modell ihr derzeit mit euren Kleinen lebt, wichtig ist, dass die Kinder ein glückliches und stabiles Umfeld haben. Wenn sie sie selbst sein können, einen geregelten Tagesablauf und ein liebevolles zu Hause haben, ist der Rest Nebensache.